Alle Emotionen des Menschen manifestieren sich in peripheren physiologischen Vorgängen, die durch das Autonome Nervensystem (ANS) gesteuert werden. Einige sind deutlich erkennbar, wie zum Beispiel Körperhaltung, nervöses Fingerspiel, oder das Runzeln der Stirn, und können teilweise sogar mit etwas Übung kontrolliert werden. Andere hingegen drücken sich subtiler aus und können auch nicht oder nur sehr schwer bewusst gesteuert werden. Beispiele hierfür sind Veränderungen der Stimme, der Atmung, oder der Hauttemperatur.
Man kann davon ausgehen, dass Computer ebenso wie Menschen darauf angewiesen sein werden, Informationen mehrerer Modalitäten heranzuziehen, um ausreichend verlässliche Aussagen über den Gemütszustand des Gegenüber machen zu können.
Da Aussagen einzelner physiologischer Parameter nicht ausreichend sind um sie als alleinige Indikatoren für Emotionsänderungen verwenden zu können, haben wir am Fraunhofer IGD Rostock verschiedene Prototypen eines Sensorsystems entwickelt, welches gegenwärtig die drei Parameter Hautwiderstand, Hauttemperatur und Puls erfassen kann.
EREC steht für Emotion RECognition. Das System wurde für den mobilen Langzeiteinsatz konzipiert, wobei der Schwerpunkt auf kompakte Abmessungen, einen geringen Stromverbrauch, und die Aufzeichnung der Daten auf einem Speichermedium lag. Selbstverständlich kann dieses Gerät auch stationär genutzt werden.
EREC-II besteht aus einem Sensorhandschuh, welcher die physiologischen Daten erfasst, und einer Basiseinheit, welche per Funk mit dem Handschuh verbunden ist. Hier werden die Daten auf einer SD-Karte gespeichert und gleichzeitig via USB für sofortige Analyse zur Verfügung gestellt.
Die Sensoren sind in einem Handschuh integriert. Erfahrungen in mehreren Tests zeigen, dass die Integration der Sensorik in ein bekanntes Kleidungsstück und Datenübertragung mit Funk dazu führt, dass Probanden recht bald vergessen, dass ihre Körperreaktionen erfasst werden. Hierdurch erreichen wir, dass sich die Personen sehr natürlich verhalten und keine durch das Vorhandensein von Messtechnik verursachten Messfehler auftreten.
Dieses Projekt wird in enger Kooperation mit der Universität Rostock, FB Elektrotechnik, Institut für Gerätesysteme, Prof. Beikirch durchgeführt.